TWLogistik Review: „Diebstahl von Transportgütern – Lage, Problemstellungen, Präventionsmöglichkeiten“

TWLogistik Review: „Diebstahl von Transportgütern – Lage, Problemstellungen, Präventionsmöglichkeiten“

Unternehmen:            LKA Niedersachsen

Referent:                    Waldemar Lorenz

Position:                     Kriminalhauptkommissar

Auf der TWLogistik 2016 referierte der Kriminalhauptkommissar Waldemar Lorenz über das Thema „Diebstahl von Transportgütern“ bei der TWLogistik 2016.

Lorenz unterteilte seinen Vortrag in drei Bereiche: das aktuelle Lagebild in der Presse und der Polizei, die Problemstellungen beim Bundeskriminalamt bezüglich Ladungsdiebstahls und Präventionsmaßnahmen aus Sicht der Polizei.

Sowohl in der Presse als auch bei den Polizeibehörden bekommt das Thema Ladungsdiebstahl eine immer größer werdende Bedeutung. Schlagzeilen wie „Milliardenschäden in Europa – Überfälle auf LKW“ treten in der deutschen Presselandschaft immer häufiger auf. Eine polizeiliche Übersicht aller Diebstähle seit September 2016 verdeutlicht diese Lage. Aktuelle Hot Spots für häufig auftretende Ladungsdiebstähle befinden sich vorwiegend im Ruhrgebiet, im Raum Hannover und im Berliner Ring.  Im Jahresvergleich der Transportgüterdiebstähle ist im Jahr 2016 sowohl ein Anstieg der Schadensdiebstähle, eine Erhöhung der Schadenssummen als auch ein Anstieg der Komplettdiebstähle, bei denen Fahrzeuge inklusive Ladung gestohlen werden, zu erkennen. Die entstandenen Schäden setzen sich aus Betriebs- und Produktionsstörungen, Wettbewerbsverzerrungen, dem Imageverlust und einer erhöhten Versicherungsprämie zusammen. Außerdem ist ein volkswirtschaftlicher Gesamtschaden zu verzeichnen.

Der Hauptgesichtspunkt bei den Problemstellungen beim Bundeskriminalamt liegt in der Erfassung der Kriminalstatistik. Es gibt keine gesonderte Kriminalstatistik über Ladungsdiebstähle, da es in der Bundesrepublik Deutschland keine Meldepflicht von Fahrzeugdiebstählen gibt. Ein weiteres Problem für die Kriminalpolizei sind die offenen Grenzen in der EU und die Internationalität des Güterverkehrs. Diese bieten den Tätern einen Zeitvorteil gegenüber der polizeilichen Arbeit und das Risiko des erwischt werden. Des Weiteren erschwert das typische Opferverhalten, wobei die Opfer aus Angst vor Imageschäden und einem hohen Konkurrenzdruck einen Schaden nicht bei der Polizei anzeigen,  die Ermittlungen der Polizei. Außerdem sieht die Polizei ein großes Problem in der Öffentlichkeit- und Pressearbeit, da über die Themen der Ladungsdiebstähle zu wenig oder nicht ausführlich genug berichtet wird.

Die Kriminalpolizei sieht notwendige Präventionsmaßnahmen bei den Unternehmen. Dazu zählen das die Sicherheit der LKW und die Geheimhaltung der Mitarbeiter ein erklärtes Unternehmensziel sein muss. Außerdem müssen Bewerber ausgiebig kontrolliert und die LKW-Fahrer auf notwendige Verhaltensweisen hingewiesen werden. Zudem sollten, besonders in den Hot Spot-Regionen, auf Sicherheitsparkplätzen übernachtet werden.

Eine Broschüre der Kriminalpolizei zur Ladungssicherung ist auf der Internetseite des LKA Niedersachsens zu finden.

Hier gehts zur Präsentation:

3. Transportdiebstahl_TWLogistik 2016