TWLogistik Review: „Empirische Untersuchung zum LKW-Ladungsdiebstahl in der Erscheinungsform des Planenschlitzens“

TWLogistik Review: „Empirische Untersuchung zum LKW-Ladungsdiebstahl in der Erscheinungsform des Planenschlitzens“

Unternehmen:             Hochschule Bremerhaven in Kooperation mit Institut für Logistikrecht &   Riskmanagement sowie KRAVAG

Referent:                    Eduard Märtens

Position:                      Masterand

Herr Märtens war bis vor kurzem noch Student im Masterstudiengang Logistics Engineering and Management in Bremerhaven, ehe er im November durch seine Masterarbeit und Kolloquium den Titel Master of Science erreichte. Im Rahmen der TWLogistik 2016 referierte Herr Märtens daher über seine Masterarbeit mit dem Titel „Empirische Untersuchung zum LKW-Ladungsdiebstahl in der Erscheinungsform des Planenschlitzens“. Unterstützt wurde die Mastarbeit vom Institut für Logistikrecht & Riskmanagement sowie von KRAVAG Kompetenzzentrum Straßenverkehr und Logistik.

Ausgangspunkt der Masterthesis von Herr Märtens war die Kenntnis eines fehlenden Lagebildes zur Ladungsdiebstahlform des Planenschlitzens. Demzufolge bestand das Ziel der Arbeit darin, eine empirische Untersuchung hinsichtlich dieses Deliktfeldes vorzunehmen, um die aktuelle Bedeutung für die Straßentransportbranche darzulegen. Hierzu wurden im Rahmen der empirischen Untersuchung drei Untersuchungseinheiten analysiert: Landeskriminalämter, Versicherungsunternehmen und Transportunternehmen.

Herr Märtens beschrieb daraufhin die Fall- und Schadenszahlen, betroffene Warengruppen durch das Planenschlitzen und die Handlungsorte des Planenschlitzens der jeweiligen Untersuchungseinheiten. Hierbei wurde ersichtlich das die Fall- und Schadenszahlen der Landeskriminalämter und Transportunternehmer stetig steigen. Im Kontrast dazu verliefen die Angaben der Versicherungsunternehmer gleichbleibend, da den Versicherern oftmals kein Schaden gemeldet wird. „Die Transportunternehmer fürchten eine Erhöhung der Versicherungsprämie“, erklärte Herr Märtens. Zusätzlich gab Er eine existierende Dunkelziffer bei den Angaben der Landeskriminalämter an, weil viele Transportunternehmer ihre Ladungsdiebstähle nicht melden. Hier gehen die Frachtführer davon aus, dass eine Aufklärung der Polizeibehörde nicht stattfinden wird.

Zusätzlich beschrieb Märtens, dass das Planenschlitzen bei stehenden LKWs meist auf öffentlichen Parkplätzen bzw. auf Stellflächen auf Raststätten an Autobahnen stattfindet. Ferner kam Herr Märtens, durch seine empirische Untersuchung zu dem Punkt, dass die Verteilung der Warengruppen keine eindeutige Präferenz beim Planenschlitzen zeigt.

Als Ergebnis seiner Arbeit, erklärt Herr Märtens, dass Planenschlitzer Gelegenheitsdiebe sind, die erstmal nur schlitzen und sich vergewissern welche Ware im LKW liegt und sich dann entscheiden zu stehlen oder nicht. Als Präventionsmaßnahme sieht er eine zwischenstaatliche Kooperation mit eventueller Bildung von Task-Forces, gesetzliche Maßnahmen sowie organisatorische Maßnahmen, wie z.B. die Etablierung einer zentralen Datenbank für Ladungsdiebstahlsdelikte.

Hier der Link zum Download der Präsentation:

4-maertens_studie_planenschlitzen_twlogistik