TWLogistik Review: „Kriminalphänomene in der Logistik: Ladungsdiebstahl und Betrug. Strategien und Lösungsansätze für Prävention und Schadensmanagement.“

TWLogistik Review: „Kriminalphänomene in der Logistik: Ladungsdiebstahl und Betrug. Strategien und Lösungsansätze für Prävention und Schadensmanagement.“

Unternehmen:            DESA Investigation and Risk Protection

Referent:                    Klaus-Dieter Baier

Position:                     Sachverständiger / Schadensermittler / Consultant

Im Rahmen der TWLogistik 2016 referierte Klaus-Dieter Baier von der Firma DESA Investigation and Risk Protection über „Kriminalphänomene in der Logistik: Ladungsdiebstahl und Betrug. Strategien und Lösungsansätze für Prävention und Schadensmanagement.“ Herr Baier absolvierte am Anfang seiner Karriere ein kriminalistisches und juristisches Fachstudium. Dieses Wissen konnte er in seiner achtjährigen Tätigkeit für die Polizei und verschiedenen Sicherheitsbehörden anwenden und verbessern. Heutzutage betreut er als einer der Gründer der Firma DESA Kunden aus der Industrie, dem Versicherungswesen und der Logistik, die mit durch organisiertes Verbrechen hervorgerufenen Schadensfällen konfrontiert worden sind.

DESA hat sich auf die Prävention und Aufklärung von kriminellen Handlungen im wirtschaftlichen Bereich spezialisiert. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in der Abwehr von Spionage, Transportkriminalität und Produkt- und Markenpiraterie sowie der Aufklärung von Schadensfällen, Versicherungsbetrugsfällen, Erpressungen und Wettbewerbsverstößen. Dabei ist das Unternehmen europaweit tätig und steht in Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden im In- und Ausland.

Herr Baier eröffnete seine Präsentation mit der Entwicklung der Transportkriminalität in den letzten fünf Jahren. Dabei wurde deutlich, dass verschiedene Kriminalphänomene zunehmend die Transportketten bedrohen. Besonders Ladungsdiebstahl und bandenmäßiger Betrug sind kriminelle Treiber, die sich durch eine hohe Qualität der Täter und eine Modifizierung der Tatbegehung auszeichnen. Diese Phänomene treten jedoch nicht ausschließlich regional, sondern weiten sich auf die gesamte EU aus, sodass in diesem Zusammenhang von global agierenden Täterstrukturen auszugehen ist. Diese Organisationen suchen und nutzen konsequent Schwachstellen von Logistikketten. Die Aufklärungsquote seitens der Polizei beträgt in diesen Fällen nur 5%.

Im zweiten Teil seiner Präsentation ging Herr Baier auf die Komplexität von Sachverhaltsaufklärungen und deren Herausforderungen an die Ermittler ein. Vielerlei Gründe führen demnach zu der geringen polizeilichen Aufklärungsrate von nur 5%. Unter anderem weisen die Transportketten mit zahlreichen Beteiligten eine immer höhere Komplexität auf, die Datenverfügbarkeit ist selten gewährleistet und die Beteiligten am Schadensfall verfolgen unterschiedliche Zielsetzungen. DESA hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch verschiedene Methoden und Vorgehensweisen diese unzureichende Aufklärungsquote zu verbessern. Herr Baier gewährte damit einen Einblick in seine tägliche Arbeit, in der er unter anderem forensische Untersuchungen, Monitoring von elektronischen Handelsbörsen, Fahndungen und weitere kriminalistische Untersuchungen durchführt. Abgeschlossen wurde der Vortrag durch die Veranschaulichung von einigen gelösten Praxisfällen aus der Vergangenheit.

Hier gehts zur Präsentation:

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